Freitag, 29. Oktober 2010

Vollbeschäftigung jetzt!



Statistiken taugen nichts. Das ist jedem klar, der sich mal kurz mit ihnen beschäftigt hat. Man kann munter an ihnen herumspielen, bis sie einem genau das sagen, was man gerne hören möchte. Das haben Zahlenspiele leider so an sich. Sie sehen toll aus, aber das war es dann auch schon. Nehmen wir nur mal als Beispiel die Parasit GmbH. Dort arbeiten 5 Leute für einen Stundenlohn von 14,- € brutto. Diese 5 Leute werden gefeuert, 3 davon holt man im Rahmen des modernen Menschen- und  Sklavenhandels über ein neu gegründetes, firmeninternes Leiharbeitsunternehmen zurück. Sie dürfen dann die Arbeit machen, die vorher von 5 Leuten erledigt wurde und verdienen nur noch 7,- € brutto. Den Rest zahlt der Steuerzahler, also wir alle; der Gewinn landet wie üblich auf den Cayman Inseln.

Die Parasit GmbH hat also faktisch aus 5 Mitarbeitern 2 Arbeitslose und 3 Aufstocker gemacht, während sie der Presse freudig mitteilt, dass sie 3 neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Wir sehen also, diese gesamten Spielereien sind reine Beschäftigungstherapie für Zahlenfetischisten. Das ist auch unserer Superministerin für Eigenwerbung, Haarspray und Bildungskreditkarten, Ursula von der Leyen, klar. Darum will sie, wie mir unter der Hand vom Nachbarsjungen mitgeteilt wurde, die Arbeitslosenstatistik revolutionieren ( irgendwie muss ich gerade an Dolores Umbridge denken ). Lästige Spielereien wie das Herausrechnen von Aufstockern, Krankgeschriebenen, Arbeitslosen über 58, Arbeitslosen die bei privaten Jobvermittlern sind, 1 € Jobbern, Arbeitslosen in sinnlosen Weiterbildungen, Praktikanten und Arbeitslosen denen man das ALG II gesperrt hat, fallen dann endlich weg. Als Arbeitslos gilt ab 1.11.2010 nur noch, wer eine Arbeit sucht, aber keine Arbeit hat. Da wir einen Fachkräftemangel haben und die Wirtschaft boomt wie von der Tarantel gestochen, findet jeder eine Arbeit. Wer also Arbeit sucht, der findet auch Arbeit. Folglich haben alle Arbeit => wir haben echte Vollbeschäftigung. Und Geld ausgeben für neue Statistiken braucht man auch nicht, es wird sowieso immer nur ein Ergebnis herauskommen: 0 Arbeitslose.  Die faulen Säcke, die nicht arbeiten wollen, braucht man nicht auch noch mit Erwähnung in hochoffiziellen Statistiken zu adeln.

Wenn das mal keine Innovation ist. Ich bin wirklich stark dafür, solche erfolg- und einfallsreichen Politiker mit einem Adelstitel zu belohnen. Baron beziehungsweise Baronin von Münchhausen käme mir da in den Sinn, das würde doch passen.

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